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17.08.2018

Meilenstein für die Zukunft Nepals – Kinderehen werden verboten.

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Heute, am 17. August, ist ein wichtiger Tag für alle Frauen und Mädchen Nepals. Denn diese Nachricht macht mich zutiefst glücklich: Per Gesetz sind ab sofort Kinderehen nicht nur verboten, sie werden zukünftig auch mit hohen Strafen belegt (3 Jahre Gefängnis und eine empfindliche Geldstrafe) und automatisch für ungültig erklärt – zudem müssen beide Ehepartner mindestens 20 Jahre alt sein. Damit ist hoffentlich endlich das Ende der Kinderehen eingeläutet. Laut einer Datenerhebung gehörte Nepal 2016 noch zu den Ländern mit der höchsten Anzahl an Kinderehen: 37% der Mädchen wurden noch vor dem Erreichen des 18. Lebensjahres verheiratet.
 
Studien zeigen, dass Kinderehen die körperliche Gesundheit der jungen Mädchen stark belasten und beeinträchtigen. Durch viel zu frühe Schwangerschaften steigt die Mütter- und Kindersterblichkeit, die Heranwachsenden leiden unter gynäkologischen Problemen, Schwangerschaftskomplikationen bis hin zum Uterusprolaps. Die gestohlene Kindheit und die Verpflichtung vorzeitig erwachsen zu werden, führen bei den Mädchen oft zu gravierenden psychischen Problemen.
 
Außerdem nimmt die Kinderehe den Mädchen das Recht auf Bildung, da die meisten die Schule nicht mehr abschließen können. Oft scheiden sie mit der Hochzeit aus der Schule aus, spätestens aber, wenn sie schwanger werden und ihr Kind zur Welt bringen. Doch, wenn man einem Mädchen Bildung ermöglicht, gibt man dadurch Bildung an eine ganze Familie weiter. Denn eine gebildete Mutter wird ihr Wissen bei der Erziehung ihrer Kinder weitergeben.
 
Seit vielen Jahren setzen sich mein Team und ich bereits gegen die Kinderehen ein. Viel zu oft mussten wir miterleben, dass junge Mädchen vor dem Beenden der Schule verheiratet wurden. In unseren Child Clubs werden die Teenager aufgeklärt und animiert, dagegen anzugehen und sich zusammenzuschließen, um Druck auf jene Eltern auszuüben, die ein Mädchen verfrüht verheiraten wollen. Strafe blüht nun denjenigen, die aus der Hochzeit einen „Kuhhandel“ machen. Das ist nur gut so.
 
Vor alten Traditionen hege ich stets großen Respekt. Doch nicht, wenn diese gegen die Schutzlosen gehen. In unserer Zeit sollte die Geschlechtergleichheit eine selbstverständliche Basis des Miteinanders sein. Auch in Nepal. Auch für die Armen und besonders für die Frauen. Denn ihre Liebe, ihr innewohnendes Wissen und ihre Erfahrung werden das Land aufbauen! Und dieser Weg wird ab heute zumindest geebnet. Darüber sind das Back to Life-Team und ich in Herz und Seele glücklich. Das sind gute Neuigkeiten!
 
Namaste und bis bald,
Eure Tara-Stella
 
 
 
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