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06.09.2019

Eine jede fühlt sich wie eine Göttin – es ist Teej in Nepal!

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Land, Menschen und Kultur

Kindern die Möglichkeit zur Schulbildung zu geben, darauf legt Back to Life in Nepal einen starken Fokus. Ebenso auf die Verbesserung der Schul- und Unterrichtsqualität. Wir bauen nicht nur Schulgebäude und statten diese aus, sondern halten vielfältige Programme z.B. für die Gesundheitsvorsorge oder den Umweltschutz an den Schulen ab. So können die Jungen und Mädchen weiteres Wissen generieren, welches wichtig für ihre Zukunft ist. Sehr gerne feiern wir auch die vielfältigen Festivals, die Nepal zu bieten hat, gemeinsam mit den Schülern und Lehrern. Es ist uns wichtig, dass sie sich ihrer Traditionen bewusst sind und es ihnen gelingt, sie in die moderne Zeit einzubinden. 

Festtage tragen dazu bei, die Gemeinschaft zu fördern, die harte Arbeit einmal ruhen zu lassen und schenken Familien die kostbare Zeit des Zusammenseins. Es gibt 129 ethnische Gruppen in Nepal, viele sind Minderheiten, doch sie haben ihre speziellen Feste, deren Bedeutung unser Team vor Ort den Kindern gerne nahebringt. 

Am vergangenen Montag wurde im ganzen Land das Teej-Festival gefeiert. Es betrifft alle Hindufrauen Nepals, gleich welcher Kaste oder Abstammung. Die Nepali folgen dem Mondkalender, Teej wird am 3. Tag nach Neumond, wenn der Mond wieder zunehmend ist, im Monat Bhadra zelebriert. Es ist ein Feiertag für Frauen, die an diesem Tag Lord Shiva ehren. Sie kleiden sich in rot, genauso wie am Tag ihrer Hochzeit und beten zu der mächtigen Gottheit für den Schutz und das Wohlbefinden ihrer Familie. Unverheiratete Frauen bitten um die Gnade eines guten zukünftigen Ehemanns.
Die Frauen in den Dörfern sowie in den Stadtvierteln kommen zusammen, bringen köstliche, selbstzubereitete Leckereien und Süßes mit. Sie tanzen und singen gemeinsam religiöse und traditionelle Lieder zu Ehren der Gottheiten Shiva und seiner Ehefrau Parvati, die ebenso hochverehrt ist. Die Frauen Nepals ziehen an diesem Tag ihre schönste Kleidung an und schmücken sich, die Mädchen flechten sich bunte Bänder ins Haar – und eine jede fühlt sich so schön wie die Göttin Parvati, die laut Legende einst das Herz Shivas, der als Einsiedler und Asket lebte, im Sturm erobert hat. 

An Teej dürfen die Frauen soziale Barrieren überwinden, sie geben heute den Ton an! Die traditionellen Lieder, die angestimmt werden und aus den Innenhöfen, den Tempeln und den öffentlichen Plätzen schallen, erzählen aber auch von der Diskriminierung des weiblichen Geschlechts.
An Teej besuchen viele Frauen ihr Elternhaus, was nicht oft vorkommt. Am Tag ihrer Eheschließung nämlich gehen sie ganz und gar in die Familie ihres Mannes ein und der Kontakt zu ihrem Elternhaus ist nur noch gering, da sie ihre ganze Aufmerksamkeit der Familie ihres Mannes zu widmen haben. Deshalb ist die Wiedersehensfreude zwischen Müttern und Töchtern, die an Teej ins Heimatdorf zu Besuch kommen, riesig. Es wird gelacht, gegessen und sich ausgetauscht. 

Da die Frauen Nepals Tag für Tag vom Sonnenaufgang bis zu ihrem Untergang hart arbeiten, um ihre Familie durchzubringen, sind die Tage um Teej hochwillkommen, um endlich einmal unbeschwerte Freizeit genießen zu dürfen.

In unseren Schulen haben wir ebenso gefeiert und ihnen ein Budget zukommen lassen, so dass die Schulen geschmückt und ein Festtagsmahl angeboten werden konnte, untermalt von fröhlicher Musik und Tanz. Jubelnd haben die Kinder diesen Tag verbracht, insbesondere die Mädchen.

Ein herzliches Namaste aus Nepal an Euch im Namen der Frauen und Mädchen!

Eure Tara-Stella

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