Abgebrannt – Neubeginn für eine Familie

Die 37-jährige Dhanamaya Chepang lebt mit ihrer Familie in einem unserer Projektdörfer in Chitwan im Süden Nepals. Dhanamaya hat eine große Familie, zu neunt leben sie dicht gedrängt in einem kleinen Holzhaus am Waldesrand, ganz am Ende des Dorfes Dhamili.

Die Familie besitzt kein Land, das sie bewirtschaften könnte. Sowohl Dhanamayas Ehemann, Akal Bahadur (48), als auch ihr ältester Sohn Suresh (19) und dessen Frau Kabita (19) haben keinerlei Ausbildung, können nicht Lesen oder Schreiben und arbeiten als Tagelöhner. Sie laufen täglich die Nachbardörfer ab auf der Suche nach einem Verdienst im Straßenbau, als Lastenträger, sie hoffen auf Arbeit auf den Feldern oder einem Basar. Neben Suresh hat Dhanamaya noch weitere 5 Kinder. Das Jüngste ist noch ein Baby.


Hoffnung auf ein Ende der Armut

Seit April 2011 nehmen Dhanamaya und ihre Familie an den Spargruppen und an allen Trainings teil, die Back to Life in diesem Dorf anbietet, um die Einkommenssituation und damit langfristig die Lebensumstände der Familien zu verbessern und die Kinder, insbesondere die Mädchen, in die Schule zu schicken. Trotz ihrer Armut sendet Dhanamaya die jüngsten Kinder in die Schule.
Als sie, genauso wie die anderen Familien ihres Dorfes von Back to Life Solaranlagen und ein Ziegenpaar zur weiteren Zucht erhielten, freute sich die Familie bereits auf bessere Zeiten. Doch dann schlug das Schicksal leider hart zu. 


Mit einem Schlag ist alles verloren

Anfang Mai gab es in Chitwan ein großes Unwetter. Kurz vor dem Abend brach im Wald, vermutlich durch Blitzeinschlag Feuer aus, das sich in Windeseile ausbreitete und das kleine Holzhaus von Dhanamayas Familie komplett zerstörte. Die Dorfgemeinschaft konnte weder das Haus noch irgendwelche Habseligkeiten der Familie retten. Alles brannte lichterloh. Die neunköpfige Familie stand nun völlig mittellos da.

Auch die beiden Ziegen, die sie in unserem Programm zur Einkommensförderung erhalten haben, sind dem Feuer zum Opfer gefallen, genauso wie die Solaranlage, Kleidung, Lebensmittel und alles andere was die Familie besaß. Übrig geblieben ist nur die Kleidung, die sie in der Nacht am Leib trugen. Sie waren immer arm, doch nun hatten sie kein Dach mehr über ihrem Kopf.


Soforthilfe und neue Schulsachen

In einer ersten schnellen Hilfsaktion verteilt unser Chitwan-Team Nahrungsmittel für die nächste Zeit, Kochutensilien, Wassereimer, Decken und Kleidung an die Familie. Außerdem erhielt sie ein Zelt als provisorische Behausung.


Den Kindern ersetzten wir zu ihrer großen Freude und Erleichterung die verbrannten Schulsachen- von Uniform, Schultasche und Schuhen bis zu den Büchern und Schreibheften, damit sie zügig wieder am Unterricht teilnehmen konnten. Die Kinder hatten bereits Angst, nie mehr die Schule besuchen zu können.


Existenzangst, weil es keine soziale Hilfe gibt

Das Material für ein neues Haus ist für die Familie unerschwinglich. Dhanamaya berichtet unserem Teamkollegen: „Wir waren immer arm und spürten jeden Tag die Härte des Lebens. Als unser Haus abbrannte, verzweifelte mein Mann. Er war wie krank vor Sorge. Nachts wachte ich auf und hörte ihn bitterlich weinen. Noch nie habe ich meinen Mann weinen sehen. Er sagte mir, er hätte furchtbare Angst, dass wir alle auf der Straße enden und unsere Kinder zu Straßenkindern würden, ohne Hoffnung und Chance.“

In Nepal gibt es für die armen Bevölkerungsschichten weder die Möglichkeit einer Brandschutzversicherung noch irgendeine Unterstützung vom Staat in Notzeiten, weil dieser selbst viel zu arm ist, um derartige Sozialleistungen anbieten zu können.


Das neue Haus ist schnell gebaut

Doch mit der Unterstützung unserer Spender konnten wir der Familie helfen, sich ein neues kleines Holzhaus mit einem Blechdach zu bauen. Kein Palast also, sondern dem Standard der Nachbarhäuser entsprechend, um Neid innerhalb der Dorfgemeinschaft zu vermeiden. Bei den Bauarbeiten packte die Familie natürlich selbst tatkräftig mit an. Wir kümmerten uns um das benötigte Material und bezahlten außerdem zusätzliche Arbeitskräfte, um das Haus schnellstmöglich fertig zu stellen. Kurz darauf setzte der Monsun ein, den die Familie dank Dach über dem Kopf nicht mehr zu fürchten hatte.

Das fertige neue Holzhäuschen der Familie in der Vorder- und Rückansicht:

Außerdem wird die Familie in Kürze erneut eine Solaranlage und zwei Ziegen erhalten, um wieder Licht und eine alternative Einkommensquelle zu haben.

Dhanamaya und ihre Familie sind sehr dankbar und glücklich: „Es fühlt sich für uns manchmal an wie ein Traum, dass jemand uns in dieser sehr schwierigen Situation geholfen hat. Danke an Back to Life und alle, die ihr Herz für uns geöffnet haben.“

Dem können wir uns nur anschließen und möchten uns bei allen Spendern recht herzlich bedanken.

Ihr Back-to-Life-Team

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