Susanne Fröhlich vor Ort

„In meinem Kofferraum habe ich mehr Dinge, als diese Menschen besitzen“ – Susanne Fröhlich besucht unsere Projekte

Die wohl prominenteste Besucherin, die jemals hinter die Kulissen von Back to Life geschaut hat, ist Susanne Fröhlich, die bekannte TV-Moderatorin und Autorin.

Ich finde immer, dass die Realität doch ganz was anderes ist, als eine Hochglanz-Broschüre einer Hilfsorganisation. Klar, sieht man da auch große, dunkle Kinderaugen, die einen angucken, aber ich wollte es einfach mal in echt sehen.“

2018 ist sie nach einer Einladung von Stella Deetjen nach Kathmandu geflogen. Hier findet sie eine ganz andere Welt. Sie begegnet sanftmütigen Elefanten, einem Nashorn in unmittelbarer Nähe, übersteht beschwerliche Strecken und lernt Menschen kennen, die ganz anders leben, als wir uns das in Europa vorstellen können.


Zwischen Spiritualität und Spaß

Das erste Ziel ist die quirlige Stadt Kathmandu, das spirituelle Leben mit alten Pagoden und Tempeln, von denen viele nach dem großen Erdbeben 2015 noch stark beschädigt sind. Lärm, Staub und der wahnsinnige Verkehr sind ungewohnt, aber alles auch spannend. Ein sehr zwiespältiges Gefühl hinterlässt der Besuch am Fluss Bagmati, der durch die Tempelanlage des Weltkulturerbes Pashupatinath fließt. Während ununterbrochen die Scheiterhaufen der traditionellen Feuerbestattungen brennen und die Angehörigen den Verlust beweinen, plantschen Kinder im Fluß – Gegensätze von denen sie noch viele erleben wird.



Auf nach Nuwakot

Am nächsten Tag geht es ins Projektgebiet Nuwakot im Norden. Alle werden stundenlang auf den Schotterstraßen durchgeschüttelt, es kommt zu atemberaubenden und furchteinflößenden Anstiegen und gefährlichen Begegnungen mit anderen Fahrzeugen. Spätestens jetzt wird klar, wie weit die Menschen hier weg sind von dem, was die Autorin kennt. Aber sie nimmt es mit Humor – fröhlich eben. Die verheerenden Erdbeben haben hier – weit abseits – ganze Dörfer ausradiert. Staatliche Hilfe kam so gut wie keine an, die Menschen wurden von offizieller Seite vergessen. Ein Grund für Back to Life, gerade hier aktiv zu werden. Bis zum Zeitpunkt des Besuchs sind bereits 6 Schulen wiederaufgebaut worden. Als Stella und Susanne Fröhlich erschöpft ankommen, begrüßen die Kinder die stark verspäteten Gäste mit Blumen und guter Laune. Ihr Schule ist neu und wirklich ein schöner Ort. Entstanden mit der Unterstützung von Fabian Hambüchen, dem Olympiasieger im Turnen. Ein Segen für das Dorf, denn so konnten viele Familien hier bleiben. Die Kinder wollen begeistert ihre Schule zeigen, aber jetzt stürzen sie sich erst einmal auf die mitgebrachten Süßigkeiten. Überall kraspelt und kruspelt es, wenn die Packungen aufgerissen werden und die süßen Sachen in die Münder wandern. Ein Anblick, der überall auf der Welt gleich schön ist.



„Role Models“ für die Zukunft

In Baduwar hat die Zukunft bereits begonnen. Susanne Fröhlich ist beeindruckt von den wieder aufgebauten Wasserleitungen und elf neuen Wasserzapfstellen im Dorf, die Back to Life ebenfalls ermöglicht hat. Der Anbau von Nutzpflanzen für den Eigenbedarf und zum Verkauf ist damit wieder möglich. Susanne Fröhlich darf aber auch das neueste Konzept begutachten: mehrere Kleinbauern wurden als „Role Models“ ausgesucht. Sie wurden landwirtschaftlich geschult und haben einfache Gewächshäuser bekommen. Hier bauen sie organisch und ohne Pestizide neue Sorten an und erreichen im Schutz vor heißer Sonne sowie Wind und Wetter auch in dieser Höhe ganz neue Erträge. „Es ist einfach eine gute Idee, die nicht teuer ist und wie ein Schneeball-Effekt wirkt. Das finde ich toll“ kommentiert Susanne Fröhlich die Gewächshaus-Idee und pflückt sich eine Tomate.



Das Leben ist anders

Die Art des Lebens schockiert aber schon. So karg hatte sie es sich nicht vorgestellt. Als sie das Haus einer Familie betritt und sich umsieht, rutscht es ihr heraus: „Wow, in meinem Auto-Kofferraum habe ich mehr Dinge, als diese Menschen besitzen.“ Als sie in der Nacht noch Besuch von einer aufgeregten Fledermaus bekommt, ist sie wirklich in Nepal angekommen.



In Chitwan erwartet sie ein Blumenmeer

Stella und Susanne Fröhlich machen sich von Nuwakot über Kathmandu auf nach Chitwan. Die Projektgebiete liegen in den Hügeln nahe der Grenze zu Indien in einem National Park. Eher tropisch sind die Vegetation und das Klima. Die Kinder der Schule in Thakaltar sind schon ungeduldig als die beiden eintreffen. 400 Schülerinnen und Schüler warten mit Blumenketten und großer Begrüßung, die Schulleitung hat extra ein Programm vorbereitet. Einige Mädchen haben sogar ein Dankeslied für Back to Life geschrieben und einstudiert – nicht nur Stella ist zu Tränen gerührt.



Die neue Schule für neue Chancen

Auch Thakaltar ist, obwohl abseits der Epizentren, vom Erdbeben geschädigt. Der Schulneubau war allerdings nicht nur aus diesem Grund nötig: Der Unterricht kann durch mehr Räume im zweistöckigen Gebäude auf die Klassen 9-10 ausgeweitet werden. Ein wichtiger Schritt für mehr Chancen. Ältere Schüler müssen so nicht mehr einen 4stündigen Fußweg in die weiterführende Schule auf sich nehmen oder genau deshalb die Schule vorzeitig beenden. Ihre Möglichkeiten auf dem schwierigen Arbeitsmarkt in Nepal verbessern sich mit jedem Jahr mehr Bildung, der beste Weg aus der Armut. Susanne Fröhlich ist beeindruckt von den Klassen: „An den großen Kindern zu sehen, mit welcher Ernsthaftigkeit diese lernen, ist schon toll. Deutsche Lehrer würden davon träumen, welche Disziplin hier herrscht. Die haben einen ganz anderen Zack!“


Biogasanlagen entlasten Frauen und Kinder

Zum Abschluss des Besuchs schauen Stella und Susanne Fröhlich erneut bei einer Familie zu Hause vorbei. Die Biogasanlage von Back to Life ist das große Thema. Denn sie liefert die Energie für die Kochstelle und macht das mühsame, tägliche Sammeln von Feuerholz überflüssig. Eine Arbeit, die vor allem die Kinder erledigen mussten. Stattdessen machen sie jetzt Hausaufgaben und haben endlich auch einmal Zeit zum Spielen und einfach nur Kind sein. „Eine echte Win-Win-Situation: Aus Fäkalien Energie herstellen, anschließend die Felder düngen und auch noch die Kinder entlasten – eine Piccobello-Angelegenheit…!“ findet Susanne Fröhlich.

Am nächsten Tag geht Susanne joggen. Ein Schauspiel offenbart sich ihr. Denn so karg das Leben der Menschen, so überwältigend sind die Ausblicke in die Natur. Als noch ein Rhinozeros am anderen Flussufer auftaucht, ist sie dem Ganzen hier emotional noch ein Stück näher gerückt.

Dass sie bei ihrem Besuch in Chitwan auch badende Elefanten erlebt, setzt der Reise die Krone auf. Denn die Autorin hat hier so viele Eindrücke und Erkenntnisse gewonnen, wie einem selten beschert sind. „Ich glaube, ich könnte noch Wochen herumfahren und Projekte und Ideen von Back to Life anschauen, aber ich habe jetzt einen ersten Eindruck und der haut einen echt um. Ich finde, eigentlich hätte jeder von uns, der so gut und privilegiert lebt, die Pflicht, ein bisschen was zu tun – jeder im Bereich seiner Möglichkeiten.“ Wir von Back to Life sind dankbar für diesen Besuch und darüber, dass wir zeigen konnten, wieviel jede Spende bewirkt. Für jeden Einzelnen, ganze Familien, Dörfer und die Menschen, die die Zukunft Nepals anders prägen können. Frau Fröhlich hat ihre Nepalreise selbst finanziert, wir danken ihr, dass sie das Abenteuer auf sich genommen hat.

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