Tabubruch im Himalaya
…und alle machen mit
Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Paten von Back to Life,
haben Sie sich auch über unser 4.000stes Back to Life Baby namens Shriya gefreut? Dieses neue Leben, das im Geburtshaus Jiuka kürzlich das Licht der Welt erblickte, steht wie kaum etwas für den Wandel hin zu mehr Sicherheit, Gesundheit und Würde für Frauen in den Bergen von Mugu, West Nepal.
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Und doch: Viel zu oft höre ich und lese in den nepalesischen Zeitungen von Frauen und Mädchen, die durch Chhaupadi ihr Leben verlieren. Sie erfrieren in Hütten, sterben an Schlangenbissen, Steinschlägen oder verbluten – weil sie während der Geburt sowie während ihrer Menstruation aus dem Haus verbannt werden. Ihnen bleibt nur der Wald oder der verdreckte Kuhstall. Chhaupadi entspringt einer althergebrachten Geisterfurcht und wird hauptsächlich in den abgelegenen Bergregionen West Nepals praktiziert. 2017 wurde Chhaupadi von der Regierung zwar verboten, aber nicht wirkungsvoll eingedämmt und kostet jedes Jahr nach wie vor unzählige Leben. Solche Schicksale sind abwendbar und zeigen uns, wie wichtig unsere Arbeit ist.
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Gemeinsam für die Frauen Tabus brechen
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Darum hören wir nicht auf, auch außerhalb unserer Geburtshäuser Aufklärung zu leisten – seit vielen Jahren Tag für Tag, Dorf für Dorf, geschlechterübergreifend. Besonders unsere Hebammen übernehmen diese wichtigen Schulungen, denn sie genießen als Mitglieder der Gemeinschaft großes Vertrauen. In Schulen sprechen wir offen über Menstruation und Monatshygiene – mit Mädchen und Jungen gleichermaßen. So wächst eine neue Generation heran, die versteht: Mädchen und Frauen brauchen Schutz, Respekt und sichere Räume.
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Mit jeder weiteren Unterschrift schwindet die Geisterfurcht
Jetzt gehen wir einen entscheidenden Schritt weiter: In der ländlichen Gemeinde Khatyad in Mugu luden wir kürzlich zu einer öffentlichen Unterzeichnungszeremonie ein. Es war zutiefst bewegend, wer alles daran teilnahm: der Vorsitzende des Gemeindewahlbezirks, kommunale Amtsträger, Vertreter der Polizei, Lehrkräfte, Hebammen aus unseren Geburtshäusern und die zahlreichen Gemeindemitglieder. Besonders wichtig war der Moment, als auch die Schamanen unterschrieben und öffentlich der grausamen Tradition abschworen. Damit räumten sie bei manchen die letzten Zweifel aus, mit dem Tabu zu brechen. Gemeinsam erklärten sie: Jedes Mädchen und jede Frau verdient Respekt und Würde. Sie alle verpflichteten sich, ihre Häuser und ihr Dorf Chhaupadi-frei zu machen und stehen damit für den Wandel ein.
Mit Ihrer Hilfe, liebe Freundinnen und Freunde von Back to Life, werden wir viele weitere Dörfer ermutigen, Chhaupadi-frei zu werden und als Beispiel zu dienen, bis wir eines Tages unser großes Ziel erreichen: ein Chhaupadi-freies Nepal.
Helfen Sie mit, das Ziel ist erreichbar!
Ihre