Wettlauf gegen die Zeit auf 2.500 Metern
Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Paten von Back to Life,
Ich grüße Sie herzlich zum Februar-Vollmond, passend auch ‚Schneemond‘ genannt. Die Bergdörfer in Mugu, im Westen Nepals, sind seit Wochen tief verschneit.
In der Abgeschiedenheit des Himalayas ist die Grenze zwischen Leben und Tod oft so dünn wie die Bergluft selbst. Genau an dieser Grenze stehen wir bei Back to Life – jeden einzelnen Tag. Für die Frauen, die um ihr Überleben bei der Geburt kämpfen. Und für die Babys, die ein Wunder brauchen, um ihren ersten Sonnenaufgang zu erleben. Heute möchte ich Ihnen von einem solchem Wunder namens Gaurab berichten.
Gaurab wurde im Herbst 2023 im Hochgebirge von Mugu in unserem Geburtshaus Jiuka geboren und glücklich willkommen geheißen von seinen Eltern Nani und Manraj Thapa. Doch die Freude wich schnell großer Angst: Stunden vergingen, ohne dass das Neugeborene Urin lassen konnte. Sein kleiner Körper vergiftete sich selbst. In dieser abgelegenen Region ist ein derartiger medizinischer Notfall meist ein Todesurteil. Unsere erfahrenen Hebammen Laxmi und Sirjana erkannten die Gefahr sofort. Sie wussten: Ohne sofortige, spezialisierte medizinische Hilfe würde dieses Kind die nächsten Tage nicht überleben.
Was folgte, war ein Wettlauf gegen die Zeit. Wir organisierten einen Jeep – so nah an Jiuka heran, wie es die Berge erlauben. Denn das Dorf liegt auf über 2.500 Metern, ohne jede Straßenanbindung. Der Vater und drei Männer trugen die Rettungsliege mit Mutter und dem Neugeborenen, doch oft war der Pfad so schmal und steil, dass Nani selbst laufen musste. Schließlich erreichten sie das Fahrzeug und fuhren fünf quälend lange Stunden über holprige Bergpisten bis zum Flugplatz von Kolti. Als sie dort völlig entkräftet ankamen, war es mitten in der Nacht. Die Eltern wachten über jeden Atemzug ihres Sohnes und hofften inständig, dass er den Morgen erleben würde. Wir wussten, dass es wetterabhängig war, ob das Kleinflugzeug am Morgen eine Flugerlaubnis erhalten würde.
Wie Geburtshauspatenschaften Leben retten
Doch damit ist die Behandlung nicht abgeschlossen. Kinder mit einer angeborenen Harnabflussstörung benötigen eine enge medizinische Begleitung über Jahre hinweg. Regelmäßige Kontrollen der Nierenfunktion, Ultraschalluntersuchungen und ärztliche Nachsorge sind notwendig. In vielen Fällen folgt später eine gezielte Operation, um die Ursache der Blockade dauerhaft zu beheben und dem Kind ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen.
Für Gaurabs Eltern, die einfache Bergbauern in der ärmsten Provinz Nepals sind, bedeutet das eine nicht stemmbare Aufgabe, deshalb unterstützen wir die Familie darin, bis Gaurab alt genug für die ihm von den Fachärzten angeratene Operation ist.
Schenken Sie Beistand, wo er dringend gebraucht wird
Mit rechtzeitiger Hilfe und kontinuierlicher Betreuung haben Kinder wie Gaurab gute Chancen auf ein normales, aktives Leben auch in den abgelegenen Bergregionen. Entscheidend ist, dass sie nicht allein gelassen werden – weder in den ersten kritischen Stunden noch in den Jahren danach.
Genau dafür steht Back to Life: Wir bleiben an der Seite der Familien, begleiten sie medizinisch und menschlich – solange Beistand gebraucht wird.
Und Sie, liebe Freunde, ermöglichen das mit Ihren Patenschaften, die Leben retten. Dafür danke ich Ihnen von Herzen.
Gerne können Sie auf die eine oder andere Art mitwirken:
Ihre / Eure