EINKOMMENSFÖRDERUNG

Warum ist Einkommensförderung so wichtig?

Die langen kalten Winter und die vielen trockenen Monate sind keine guten Voraussetzungen für eine gute Ernte. Die Feldparzellen, meist Terrassenfelder, liegen oft an die 3.000 Metern Höhe. Bewässerungssysteme gibt es nicht, die Bauern sind abhängig vom Regenwasser.

Die landwirtschaftliche Produktionsweise ist veraltet, es werden oft noch immer Gerätschaften der Art genutzt, mit denen schon vor hundert Jahren gearbeitet wurde. Sie sind selbst hergestellt aus einfachsten Mitteln. Zwar haben die Landwirte in den Bergen tradiertes und wertvolles Wissen, jedoch sind viele der agronomischen und technischen Errungenschaften der letzten 50 Jahre, die auch Kleinbauern wie ihnen das Leben erheblich vereinfachen könnten, nicht zu ihnen durchgedrungen. Die Abgelegenheit und die Armut verhindern hier den Fortschritt.

So funktioniert unsere Hilfe zur Selbsthilfe

Es braucht Know-how vor Ort und eine sinnvolle Starthilfe. Bei unserer Einkommensförderung steht die „Hilfe zur Selbsthilfe“ im Fokus, denn so können sich die Menschen aus eigener Kraft aus der Armut befreien. Damit sie zukünftig auf eigenen Beinen stehen, nicht mehr vom Tagelohn abhängig sind und das Rüstzeug besitzen, um Krisen, wie die Corona-Pandemie, zu überstehen. Dabei setzen wir vor allem auf Landwirtschaft, „Financial Literacy“ und die Gründung lokaler Kleinstunternehmen.

Mit den Pflanzen wachsen die Chancen

Wir helfen Familien, die bisher wenig Möglichkeiten hatten, eigene Lebensmittel anzubauen, bei dem Aufbau von Küchengärten, Gewächshäusern oder einer kleinen Nutztierhaltung. Besonders die Gewächshäuser helfen den Familien in unseren Projektdörfern einfach und effektiv dabei, ihr Einkommen aufzubessern und gleichzeitig ihre Ernährungssituation zu verbessern.

Back to Life baut das Gewächshaus mit den Familien aus einfachen Materialien, die wir zur Verfügung stellen. Wir liefern die Setzlinge und Samen und unterstützen damit das erstmalige Aussäen und Anpflanzen. Dazu erhalten sie Gartenwerkzeuge und Gießkannen. Außerdem schulen unsere Landwirtschaftstrainer die Familien im Anbau und der Pflege, sowie der Lagerung und dem Verkauf der Ernte. Wir verteilen keine Pestizide oder chemischen Dünger, sondern legen ökologische Anbaumethoden mit organische Düngemittel und Kompostierung nah.

Durch die Einkommensförderung ermöglichen wir den männlichen Familienmitgliedern, die sonst bis nach Indien abwandern müssten, um Arbeit zu finden, bei ihren Familien in ihrem Heimatdorf zu verbleiben. Außerdem gibt es einen weiteren wichtigen Effekt: Sobald die Eltern spürbar mehr Einkommen zur Verfügung haben, können sie auf die Arbeitskraft ihrer Kinder verzichten und lassen den wichtigen regelmäßigen Schulbesuch zu.

Agrarexperten für Mugu

Eine der langfristigen Maßnahmen Back to Lifes zur landwirtschaftlichen Weiterentwicklung in den Bergen besteht darin, jungen Männern aus Mugu eine 15-monatige staatlich anerkannte Ausbildung zum „Junior-Agrartechniker“ in Form von Stipendien zu ermöglichen. Nach der abgeschlossenen Ausbildung kehren diese jungen Agrarexperten in ihre Dörfer zurück und sind als Landwirtschaftstrainer für uns tätig. Mit den Gegebenheiten vor Ort aufgewachsen und bestens vertraut, finden sie stets den richtigen Ansatz, um die Kleinbauern vor Ort zu motivieren, Neues zu lernen und auszuprobieren. Durch das Anlegen von Modelläckern erläutern sie neue und effektive Anbaumethoden praktisch und führen auch gleich deren Erfolge vor. So gelingt auch die Einführung neuer Gemüse- und Obstsorten. Während der Schulungen lernen die Kleinbauern mit großem Erfolg neue agronomische Techniken, effektive Kompostierung zur Herstellung von besserem Dünger sowie das Regenwasser zu speichern, um es durch Bewässerungssysteme länger nutzbar zu machen. Das erhöht den Ertrag ihrer Kulturpflanzen. Mit einer stetig wachsenden Zahl von Kleinbauern pflanzen wir Obstbäume in den Bergen.

Starthilfe für Kleinunternehmer

Bei guten Erfolgsaussichten und großer Motivation unterstützen wir gerne kleinunternehmerische Ideen. Besonders bei Menschen, die schwere Schicksalsschläge hinnehmen mussten, die ihre Kinder allein großziehen oder unter körperlichen Einschränkungen leiden, lohnt sich ein derartiger Neubeginn abseits der Landwirtschaft. So haben sich manche einen Kleinbetrieb für Schreiner- oder Näharbeiten aufgebaut oder einen Kurzwarenladen eröffnet. Die Frauen und Männer werden zuvor in Buchhaltung geschult und bei der Entwicklung ihres unternehmerischen Konzepts unterstützt. Sie erhalten eine Starthilfe – danach soll sich das Unternehmen selbst tragen. Das Ziel ist die Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. Die Neuunternehmer sind stolz, ihre Familien durch ihre Arbeit und Eigeninitiative ernähren zu können.

Was haben wir bisher erreicht?

77
Gewächshäuser & Küchengarten
6754
Teilnehmer an landwirtschaftlichen Schulungen
9
Ausbildung
zum Junior-Agrartechniker
1202
Kompost-
training
2880
Obstbäume
gepflanzt








Unsere Erfolge

  • Verbesserung des Lebensunterhalts der ländlichen Bevölkerung
  • Schaffung neuer, nachhaltiger Einkommensquellen
  • Förderung und Diversifizierung der Subsistenzwirtschaft
  • Unterstützung finanzieller und kleinunternehmerischer Kompetenzen
  • Alternativen zur Abwanderung zu schaffen

Dank der Gewächshäuser kommen die Familien besser durch die Corona-Krise. Um die pandemiebedingte Armut wirkungsvoll zu bekämpfen, haben wir einen Fokus auf den Bau von Gewächshäusern gelegt. Es freut mich sehr, dass dadurch viele Väter und Söhne in diesen unsicheren Zeiten bei ihren Familien im Dorf bleiben können. Ich danke jedem, der dafür spendet, von Herzen.

Stella Deetjen

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