GESUNDHEITSFÜRSORGE

Warum investieren wir in Gesundheit?

In den armen, ländlichen Gegenden in Nepal, wo wir unsere Projekte realisieren, ist die Gesundheitsversorgung ein großes Problem. Je abgelegener, desto weniger ist medizinische Hilfe vorhanden. Ärzte gibt es hier oft gar nicht, sondern nur Pflegeassistenten, die jedoch nur eine kurze, grundlegende Ausbildung absolviert haben. Manchmal ist gar kein Personal in den ländlichen Gesundheitsstationen anwesend. Es fehlt an medizinischer Ausstattung, auch Medikamente sind oft aufgebraucht und Nachschub lässt auf sich warten. So bedeuten selbst leicht heilbare Krankheiten oder Verletzungen durch Unfälle für viele den Tod. Immer noch fordert der Durchfall die meisten Todesopfer, ein abwendbares Schicksal. Die Menschen sind auf sich selbst gestellt und wenden sich, sofern sie einen Obolus leisten können, an den Schamanen (Heiler) oder greifen zu obskuren Selbstbehandlungen: Geschwüre und Tumore werden mit glühenden Nadeln aufgestochen, bei einer Gastritis wird die Bauchdecke mit heißem Eisen verbrannt, bei Zahnschmerzen kommt Batteriesäure zum Einsatz.
Sterblichkeitsrate bei Kindern < 5 Jahren
28 pro 1.000 Lebendgeburten
Rate vorzeitiger Tode durch Luftverschmutzung
193,8 pro 100.000 Bevölkerung
Sterblichkeitsrate infolge von Kontakt mit verunreinigtem Wasser, unzureichenden sanitären Verhältnissen und mangelnder Hygiene
19,8 pro 100.000 Bevölkerung
Dichte der Ärzte
6,5 pro 10.000 Bevölkerung
Anteil von Kindern < 5 Jahren mit chronischer Unterernährung
36%
Pro Kopf Ausgaben der Regierung für Gesundheit
45 USD

So sorgt Back to Life für bessere Gesundheit in Nepal

Aktuell liegt die Sterblichkeit bei Kindern unter 5 Jahren bei 28 pro 1.000 Lebendgeburten. Eines der wichtigsten Ziele der Agenda 2030 in Nepal ist es, diese bis 2030 auf unter 20 zu senken. Laut der WHO sind Infektionskrankheiten, wie Lungenentzündung, Durchfall und Malaria zusammen mit Frühgeburten, Sauerstoffmangel unter der Geburt, Geburtstrauma und erblich bedingte Anomalien die häufigsten Todesursachen für Kinder unter 5 Jahren. Viele davon sind leicht zu verhindern, wenn der Zugang zu einfachen, lebensrettenden Gesundheitsleistungen sichergestellt ist und gesunde Verhaltensweisen praktiziert werden. Dazu zählen allen voran professionell betreute Geburt, Nachsorgeuntersuchungen, exklusives Stillen für mindestens sechs Monate, ausgewogene, ausreichende Ernährung, Impfungen und Behandlung häufiger Kinderkrankheiten sowie gute Hygiene, Sanitäranlagen und sauberes Trinkwasser.

Aufklärung ist das A und O

Wird über diese Themen aufgeklärt und Vorsorge in der Familie, in der Schule und im Dorf unterstützt, können viele Krankheiten von vornherein effektiv vermieden werden. Daher klären wir Erwachsene, Jugendliche und Kinder aktiv und regelmäßig über Gesundheitsthemen auf, die sie betreffen. Wir nutzen dazu verschiedene, altersgerechte Formate, wie Child Clubs, Workshops, Radiosendungen oder auch große Gemeindeveranstaltungen zum Weltwassertag oder anderen wichtigen internationalen Aktionstagen. Für diejenigen, die nicht lesen und schreiben können, entwickeln wir bebildertes Informationsmaterial. Unsere Geburtshäuser sind eine Plattform der Aufklärung für Mütter, die das neue Hygienebewusstsein dann in ihre Familien tragen. Damit steigern wir das Bewusstsein für gesunde Verhaltensweisen.

COVID-19 Prävention und Schutzmaßnahmen

Bereits zu Beginn der Pandemie führten wir Aufklärungsprogramme über Corona und die wichtigen AHA-Regeln an unseren Projektschulen, den Geburtshäusern und in den Projektdörfern durch. Damit erreichten wir 7.500 Schüler*innen und an die 30.000 Dorfbewohner. Viele von ihnen haben keinen Zugang zu Fernsehen, Radio oder sozialen Medien oder können nicht lesen oder schreiben, um sich über die Corona-Pandemie zu informieren.

Erfahren Sie hier mehr über Back to Lifes Einsatz während der Corona-Pandemie von der Nothilfe durch Lebensmittelpakete, der Beschaffung von Schutzausrüstung für unsere Geburtshäuser bis hin zum Homeschooling und dem Bau von Gewächshäusern.

Health Camps – wir bringen Ärzte ins Hochgebirge

In den Bergen Mugus organisiert Back to Life jedes Jahr Health Camps, in denen Patienten ambulant und fachärztlich versorgt werden. Dafür engagiert Back to Life nepalesische Ärzte verschiedener Fachrichtungen, besorgt die entsprechenden behördlichen Genehmigungen und Medikamente und kündigt die Health Camps frühzeitig in den Dörfern an. Für die Ärzte aus Kathmandu ist der Einsatz im Hochgebirge keine leichte Aufgabe, da sie mit unserem Team erst ein bis zwei Tagesmärsche durch schwieriges Terrain zum Einsatzort laufen müssen und dort dann unter einfachsten Bedingungen untergebracht sind. Die Ärzte verbringen mehrere Tage vor Ort und behandeln in dieser Zeit so viele Patienten wie möglich. Die Health Camps sind für die dort lebende Bevölkerung die einzige Möglichkeit im Jahr, fachärztlich untersucht und behandelt zu werden – für viele ist es sogar der erste ärztliche Kontakt überhaupt. Daher ist der Andrang immer enorm, die Menschen kommen zum Teil von sehr weit her. Zu den häufigsten Erkrankungen gehören Atemwegs- und Hautkrankheiten, Bindehautentzündungen, gynäkologische Probleme, Mangelernährung und Parasitenbefall.

Ist die Behandlung vor Ort nicht möglich, werden die Patienten an ein Krankenhaus im Tiefland überwiesen. Bei Notwendigkeit unterstützt Back to Life den Transport dorthin. Bis heute konnten wir mit den Health Camps in den Bergen Mugus schon mehr als 12.000 Menschen helfen.

Medizinische Hilfe direkt an den Schulen

Besonders wichtig ist Back to Life die Gesundheitsförderung an den Schulen durch Gesundheitstrainings für das richtige Händewaschen, die wichtige tägliche Hygiene und das Zähneputzen. Den Kindern werden die wichtigen Hygieneregeln zur Gewohnheit und sie bringen sie auch ihren Angehörigen zuhause bei. An manchen Schulen ermöglichen wir eine täglich frischgekochte, ausgewogene Mahlzeit und teilen Obst aus, um der Unterernährung entgegenzuwirken.

Wir organisieren Health Camps direkt an den Schulen. Alle Schüler*innen werden von Kinder- und Allgemeinärzten untersucht. Wenn notwendig, kümmert sich Back to Life um weiterführende Behandlungen bis hin zu chirurgischen Eingriffen und kommt für die medizinischen Kosten auf. Durch die Health Camps konnten wir bereits vielen Kindern aus schweren gesundheitlichen Notlagen helfen.

Augen auf – mobile Augenklinik

Back to Life lässt die Jungen und Mädchen auch vom Augenarzt untersuchen. Mit einer Art ambulanten, mobilen Augenklinik reist bzw. läuft unser Team mit dem Arzt in den abgelegenen Gebieten von Schule zu Schule. Dort werden die Schüler*innen auf ihre Sehfähigkeit untersucht. Pro Schule verbleibt der Arzt meist einen Tag. Am meisten werden Brillen benötigt. Nach dem Sehtest werden sie angefertigt und zeitnah an die jeweiligen Kinder ausgeteilt. Viele Lehrer berichten von verbessern schulischen Leistungen der Kinder nach dem sie eine Brille erhalten haben.

Schnelle Nothilfe in Einzelfällen

Immer wieder stoßen wir in unseren Projektgebieten auf medizinische Notfälle, bei denen es buchstäblich um Leben und Tod geht und die Familien weder den Transport noch eine dringend notwendige Behandlung und Therapie einfach nicht bezahlen können. In diesen Fällen organisiert Back to Life schnell und effektiv den Transport mit Begleitperson ins Tiefland zu einem geeigneten Krankenhaus, zahlt fachärztliche Untersuchungen, chirurgische Eingriffe und Therapien, die nicht unter die kostenlose Basis-Gesundheitsleistungen der Regierung fallen. Viele Schicksale wenden. Erfahren Sie hier mehr.

Sauberes Trinkwasser – Grundlage für ein gesundes Leben

Sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen sind die Grundlage unserer Gesundheit. In Nepal haben Millionen von Menschen weiterhin keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und verbesserten sanitären Einrichtungen und leiden unter den Folgen.

Erfahren Sie hier mehr über Back to Lifes Projekte rund um Wasserversorgung, Sanitäranlagen und Hygiene.

Was haben wir bisher erreicht?

22005
Menschen bisher in
unseren Health Camps behandelt
42474
Corona-Prävention

















Unsere Erfolge

  • Health Camps ermöglichen jedes Jahr tausenden Menschen im Hochgebirge Kontakt zu (Fach-)Ärzten
  • Besondere Health Camps: mobile Augenklinik, HNO-Health Camp, School-Health Camps
  • Gesundheitsaufklärung an Schulen führt zu besserer Hygiene und weniger krankheitsbedingten Fehlzeiten der Kinder
  • Durch Trinkwassersysteme werden durch Wasser übertragene Krankheiten reduziert
  • Durch den Bau von Toiletten wird freie Defäkation praktisch eliminiert und die Gesundheit von Kindern und Erwachsenen deutlich verbessert

Solange die Menschen in den Bergen keine medizinische Hilfe in Reichweite haben, bringen wir Ärzte aus dem Tiefland dorthin, wo sie so dringend gebraucht werden. Logistisch und organisatorisch ist es keine leichte Aufgabe für unser Team, die Ärzte, Instrumente und Medikamente tief ins Hochgebirge zu bringen. Die Health Camps sind wie ein zugeworfener Rettungsring für die Menschen dort. Ich danke unseren Spendern, die uns die Mittel zu dieser Hilfe ermöglichen.

Stella Deetjen

Möchten Sie gerne mithelfen und Projektpate werden?

Schenken Sie Menschen die Chance auf Gesundheit durch ihre Projektpatenschaft.

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