Ein Blick zurück und nach vorn. Loharbada in den Bergen Mugus.

Wenn sich Programmdirektor Dikendra Dhakal heute in Loharbada umschaut, kann er es kaum fassen. „Als wir vor 10 Jahren hier zum ersten Mal ankamen, war nicht nur der Lebensstandard extrem niedrig, sondern auch Hygienebedingungen eigentlich nicht vorhanden.“ Die Menschen erledigten ihre „Geschäfte“ vor der Haustür, matschige Tierfäkalien bedeckten die Wege, es stank bestialisch. Schwärme von Hausfliegen saßen überall: in den Gesichtern der Kinder, auf dem Essen. Die Menschen wuschen sich und auch ihre Kleidung nur selten, Abwasser wurde einfach auf die Gasse gegossen. In und aus den Häusern qualmte das offene Kochfeuer, Licht gab es keines. Die Lebensumstände waren unvorstellbar unangenehm.

Alles begann mit Toiletten

Unser erstes Projektdorf in Mugu hat sich seitdem extrem verändert. Denn die Hilfe zur Selbsthilfe hat perfekt funktioniert. Angefangen hat alles mit Toiletten, obwohl sich die Frauen im Dorf eigentlich rauchfreie Öfen und Solarlichter wünschten. Also kombinierten wir beides: Wir gaben Toilettenschüsseln, Belüftungsrohre und Zement aus und versprachen allen, die sich eine Toilette bauen würden, ein Solarsystem sowie einen rauchfreien Ofen. Kein Haushalt hat das Angebot ausgeschlagen.

Geburtshäuser als Zentren für die Gesundheit

Beim Thema Hygiene und Gesundheit nahmen wir auch wieder die Bewohner mit an Bord. Mit deren Hilfe entstanden, weihte Back to Life 2012 die erste Gesundheitseinrichtung in Mugu ein: das Loharbada Geburtshaus. Nutzung der Toiletten, das Spülen, Säubern, das Waschen mit Seife, Menstruationshygiene – alles Informationen, die die Mitarbeiter hier seitdem immer wieder den Menschen nahebrachten. Auch die Reinhaltung der eigenen Umgebung kam regelmäßig in die Aufklärungsarbeit. Die Hebammen stellten den Zusammenhang zwischen Hygiene und Gesundheit klar in den Vordergrund. Auch die Koordination mit staatlich organisierten Frauen-Gesundheitsvolontären und Mütter-Gruppen wurde erfolgreich angeregt und unterstützt.

Das Bergdorf nach 10 Jahren

Heute sieht der Blick auf Loharbada deutlich anders aus: Mit rauchfreien Öfen und Solarlampen haben die Verschmutzung der Häuser sowie die Umweltverschmutzung stark abgenommen. Die Wege sind sauber und werden regelmäßig von der Gemeinschaft gereinigt. Orte, die früher aufgrund der Exkremente unbetretbar waren, werden jetzt für Gemeindeversammlungen oder zum Spielen genutzt. Körperhygiene ist normal geworden, Wäschewaschen eine Selbstverständlichkeit. Frauen, Männer und Kinder sehen nicht nur gesünder aus, sie sind es auch. Mugu, der Ort der früher von der Außenwelt nahezu abgeschnitten war, bekam durch ein Regierungsprogramm Verbindungsstraßen in die Nachbargebiete gebaut. Damit ist der Anschluss an die globalisierte Welt hergestellt, was den Bewohnern viele andere Möglichkeiten bietet. Allerdings treten nun neue Probleme auf: Plastikmüll ist ein Thema, dem wir nun mit der Aktion „Beat Plastic Pollution“ entgegentreten. Es bleibt also immer etwas zu tun, um die Situation der Menschen hier zu verbessern. Genau deshalb bleiben wir weiterhin aktiv.

Die Bewohner Loharbadas sind wie wir stolz darauf, wie sich ihr Dorf verändert hat. Eins ist aber glücklicherweise gleichgeblieben: das Lächeln, das einem die Menschen hier schenken trotz harter Lebensbedingungen.

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