Von Frau zu Frau: unsere Hebammen helfen direkt

Hinter diesen Zahlen versteckt sich jede Menge Hilfe: 15 Geburtshäuser, 47 Mitarbeiterinnen, davon 30 Hebammen, 15 Assistentinnen und 2 Gesundheitsbeauftragte. Alle diese Frauen sind aus Mugu und alle sind in Mugu für Frauen, Kinder und Familien da. Denn sie leiten die Geburtshäuser, halten Workshops zu Gesundheitsvorsorge und Hygiene ab, betreuen Schwangere, Gebärende, Neugeborene sowie Frauen in schwierigen Situationen zusammen mit ihren Familien. Hier lassen wir sie einmal selbst zu Wort kommen.

Nirmala ist unsere Chef- Hebamme und im Gamtha- Geburtshaus stationiert:

Hebamme und beistand in vielen Lebenslagen 

„Es ist wichtig, dass die Geburt an einem sichereren Ort in fachkundigen Händen stattfindet. In meinem Berufsleben habe ich bei normalen Geburten für Mutter und Kind fast keine Komplikationen und Infektionen gesehen. Wir bieten dazu im Geburtshaus vorgeburtliche Betreuung an, wir sprechen von Frau zu Frau. Die Frauen öffnen sich uns gegenüber. Aber die Themen gehen weiter. Sie scheuen sich nicht, auch über verschiedene Belästigungen und Misshandlungen zu sprechen, denen sie zu Hause ausgesetzt sind. Wenn sie sich nicht trauen, etwas zu sagen, wir aber Hinweise auf Missbrauch haben, motivieren wir sie, uns ihren Schmerz mitzuteilen.“


Frauen sind manchmal Misshandlungen ausgesetzt – wir greifen dann ein 

„Die Kränkungen, Misshandlungen und Belästigungen sind unterschiedlicher Art: Manchmal werden die Frauen gezwungen, während der Schwangerschaft von morgens bis abends schwere Arbeit auf den Feldern zu verrichten. Manchmal geht es um Dinge wie gynäkologische Themen, wenig Zeit für Ruhe, keine gesunde Nahrung in der Schwangerschaft, Bevorzugung des männlichen Kindes in der Familie. Aber auch der Zwang zu Sex und die Angst während der Schwangerschaft spielen eine wichtige Rolle. Wenn wir ihre genauen Probleme kennen, besuchen wir ihre Familien. Wir bauen ein gutes Verhältnis auf und beraten sie. Es funktioniert!“


Unsere Geburtshäuser: ein sicherer, häuslicher Ort 

„In unseren Geburtshäusern bieten wir den Frauen eine häusliche Umgebung, gleichzeitig sind unsere Entbindungszentren gut ausgestattet mit Instrumenten, Laborbett, Babywärmer, Doppler und so weiter. Wir haben eine Küche und ein Zimmer für Übernachtungsgäste, unsere Assistentin kocht das Essen und serviert den aufgenommenen schwangeren Frauen warme und frische Speisen. Sie können nach der Geburt so lange im Geburtshaus bleiben, bis sie sich fit fühlen, um nach Hause zu gehen. Sie nehmen ein Bad und sitzen in der warmen Sonne im Garten. Es ist so etwas wie ein zweites Zuhause.“


Sarita
Shahi,
Hebamme
im
Geburtszentrum Jima sagt:

Wir mussten die Menschen erst vom Konzept überzeugen  

„Zur Anfangszeit wollten die werdenden Mütter aus verschiedenen sozialen und kulturellen Gründen unsere Geburtshäuser nicht besuchen. Wir machten Haus- besuche, aber dort trafen wir die Schwangeren nicht an. Denn sie waren auf den Feldern und arbeiteten ununterbrochen. Sie hatten keine Zeit, uns zuzuhören. Wir klärten die Frauen auf, dass auch die Schwangerschaftsvorsorge sehr wichtig ist. Es war keine leichte Aufgabe, sie waren sehr unwissend in vielen Belangen, von der Monatshygiene bis zur Familienplanung.“


Wir holen Hilfe von Experten, wenn wir sie brauchen

„Wir waren anfangs besorgt, weil wir hier in der Abgeschiedenheit bei Komplikationen keine Ärzte in unserer Nähe haben. Wenn wir das Vertrauen der Dorfbewohner verloren hätten, wäre unser Projekt ein Misserfolg geworden. Deshalb gehen wir sehr vorsichtig vor – bei allem, was wir tun. Wir telefonieren mit Ärzten im Distriktkrankenhaus, wenn wir ihre Hilfe brauchen; wenn wir den Fall nicht bewältigen können, überweisen wir die Frau an das einzige Krankenhaus in Mugu.“

Binita Rawat arbeitet als Hebamme im Rowa Geburtshaus:

Überzeugungsarbeit, die Früchte trägt

„Seit ich hier arbeite, habe ich große Veränderungen bei den Frauen wahrgenommen. Sie sind selbstbewusster geworden dank unserer Beratungs- und Aufklärungsprogramme. Sie wissen um die Möglichkeit zur Empfängnisverhütung. Junge Frauen können endlich bewusst planen, wie groß ihre Familie werden soll. Das ist eine wichtige Stärkung der Rechte der Frauen. Ich bin stolz darauf, Teil dieses Projekts zu sein.“ Genauso sehen es die anderen Hebammen und Mitarbeiterinnen. Und wir sind stolz, dass wir mit jedem Geburtshaus noch mehr Kindern einen guten Start ins Leben ermöglichen und vielen Frauen und ihren Familien zur Seite stehen können.

Wir fördern die Ausbildung junger Frauen aus Mugu zur Hebamme, damit sie danach in unserern Geburtshäusern tätig werden.

Unsere Hebammen leisten einen wichtigen Beitrag für die Rechte der Frauen

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