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25.06.2012

Saruli geht es besser! Dank schneller und intensiver Hilfe!

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Vor einigen Monaten stellten wir Ihnen Sarulis schweres und ungewisses Schicksal vor. Das aus unseren Projektdörfern in Mugu stammende, elfjährige Mädchen erlitt bei einem Unfall in ihrem Elternhaus lebensbedrohliche Verbrennungen der gesamten unteren Körperhälfte. Da es weder in ihrem Dorf, noch in den Nachbardörfern einen Arzt gibt und auch das Bezirkskrankenhaus in Gamgadhi wie so oft nicht besetzt war, entschloss sich Back to Life e.V. Saruli in ein Krankenhaus nach Kathmandu zu bringen und so die dringend notwendige medizinische Behandlung zu gewährleisten.

Saruli wurde zunächst mittels einer Trage bergauf und bergab, teils über schneebedeckte Pässe zur nächsten Flugpiste getragen, musste dort dann aber mangels Flügen, noch mehrere Tage auf ihren Weitertransport warten. Erst nach quälend langen und für das Mädchen schmerzhaften 9 Tagen kam sie in Kathmandu an. Während des gesamten Transportes wurde sie durch Projektmitarbeiter von Back to Life begleitet und schließlich am 15.12. in das Patan Hospital in Kathmandu eingeliefert.

Dort fand in den folgenden elf Tagen die sehr komplizierte erste Wundversorgung statt. Aufgrund der immensen Schmerzen konnte die Behandlung meist nur unter Vollnarkose vorgenommen werden. In mehreren kleinen Operationen wurden ihre Wunden gesäubert und die in die Haut eingebrannten Nylonreste des Saris, den sie während des Unfalls trug, entfernt. Saruli war die ganze Zeit sehr tapfer, obwohl sie in diesen Tagen starke Schmerzen ertragen musste.

Nach elf Tagen wurde sie in das Sushma Koirala Memorial Hospital in Kathmandu verlegt, welches auf die Nachbehandlung von Verbrennungen und Wiederherstellungschirurgie spezialisiert ist. Auch hier mussten zunächst mehrmals täglich Sarulis Wunden gesäubert und frisch verbunden werden, um den natürlichen Heilungsprozess zu unterstützen.

In den folgenden Wochen wurde ihr in mehreren Operationen an den Beinen, am linken Arm und am Gesäß, je ein sogenanntes Maschentransplantat eingesetzt und zusätzlich noch eigene Haut verpflanzt, um die sehr großen Wunden zu schließen. Auch diese vielen Operation überstand Saruli sehr tapfer bevor sie anschließend eine spezielle therapeutische Behandlung begann, bei der durch tragen von speziell angefertigten „Kompressionshosen“ übermäßig wulstige Narbenbildung verhindert werden soll.

Zeitgleich bekam Saruli über Wochen wichtige Bewegungstherapien, um ihre Haut elastisch zu halten und ihre Bewegungsfreiheit zu verbessern.


Erst nach langen 108 Tagen (!!) und etlichen Behandlungen konnten Saruli und ihr Vater Nanda, der die ganze Zeit über bei ihr geblieben war, das Krankenhaus in Kathmandu verlassen und im April in ihr Heimatdorf in Mugu zurückkehren.

Die Wiedersehensfreude dort war kaum in Worte zu fassen: Schon auf dem Weg vom Flugplatz zu ihrem Dorf kamen Saruli viele Freunde, Verwandte und Dorfbewohner entgegen gelaufen, um sie wieder in die Arme schließen zu können. Einige Dorfbewohner sagten, sie hätten nicht geglaubt Saruli noch einmal lebend wieder zu sehen. Solch schwere Verletzungen bedeuten in der Abgeschiedenheit Mugus meist den sicheren Tod.

Als unser Projektmitarbeiter Sarulis Mutter, Karmkala, fragte, wie sie sich nun fühle, bekam sie vor lauter Tränen zunächst kein Wort heraus. Erst nachdem sie sich etwas beruhigt hatte, sagte sie, dass sie täglich von ihrer Tochter geträumt hätte und jeden Morgen nach dem Aufwachen unter Tränen an sie denken musste. Die ganze lange Zeit habe sie nicht richtig schlafen können, immer in Sorge, ob sie ihre Tochter je wiedersehen würde. „Heute ist der glücklichste Tag in meinem Leben. Nie hätte ich gedacht, dass meine Tochter in einer solch guten Verfassung zurückkehren würde.“

Sarulis Eltern kümmern sich rührend um ihre Tochter und ihr Vater passt sehr genau auf, dass Saruli regelmäßig die vom Arzt verordneten Salben aufgetragen werden. Ihr selbst geht es mittlerweile besser. Sie kann ohne Probleme laufen. Nur beim Setzen und Aufstehen muss sie sich vorsichtig bewegen, um die Haut nicht zu abrupt zu belasten.

                             Saruli mit ihrer Familie und unserem Projektmitarbeiter Nilkantha in ihrem Dorf in Mugu

Seit kurzem geht Saruli auch wieder mit ihren Freunden zur Schule. Aufgrund des Unfalls hatte sie die Abschlussprüfung verpasst und muss daher die Klassenstufe wiederholen, aber das ist ihr egal: „Ich hatte anfänglich die Hoffnung verloren, je wieder aufstehen und laufen zu können. Nun kann ich wieder mit meinen Freunden in die Schule gehen. Ich bin sehr glücklich darüber und freue mich jeden Tag.“

Im Oktober muss Saruli erneut zur Nachsorgeuntersuchung ins Krankenhaus nach Kathmandu. Dann wird sich entscheiden, ob und wie viele weitere Operationen nötig sein werden, damit das Mädchen in Zukunft ein weitestgehend beschwerdefreies Leben führen kann.

„Durch die Hilfe von Back to Life wurde mein Kind neugeboren“, sagte Sarulis Mutter und möchte damit im Namen ihrer ganzen Familie allen Unterstützern von Herzen danken.

Für Sarulis weitere Behandlung suchen wir noch dringend Unterstützung. Sollten Sie Saruli helfen wollen, können Sie dies HIER tun.

                                 Wir danken Ihnen im Namen von Saruli und des gesamten  Back-to-Life-Teams!