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20.03.2015

Schulbau in Ruma - eine neue Perspektive für 157 Kinder

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In den vergangenen Jahren vergaben wir in unserem Projektgebiet Mugu 600 Stipendien an Kinder aus besonders armen Familien und errichteten bereits fünf Schulgebäude, um die Ausbildungssituation für die Kinder in dieser Region zu verbessern.

Wir freuen uns sehr, dass wir nun eine weitere Schule im Ort Ruma einweihen konnten. Der 3.400 Meter hoch gelegene Ort Ruma mit seinen ca. 600 Einwohnern ist etwa einen 10-Stunden-Fußmarsch von der Bezirkshauptstadt Gamgadhi entfernt und nur über einen 3.700 Meter hohen Pass zu erreichen. Früher gab es in der Nähe zwei weitere größere Orte, die aber vor etwa vierzig Jahren, als das Gebiet um den Rarasee zum Nationalpark erklärt wurde, umgesiedelt wurden. Seither ist der Ort Ruma isoliert und außer den Bewohnern selbst verirrt sich niemand in diese abgelegene Gegend nördlich des Sees.

Der Ort Ruma (oben) und die zwei alten Schulgebäude (unten)


Als wir Ruma 2012 in unser Projektgebiet aufnahmen, war die dortige Schulsituation desolat. Zwar gab es zwei kleine Gebäude, in denen etwa 40-50 Kinder bis zur fünften Klasse unterrichtet wurden, aber die allermeisten Kinder im schulfähigen Alter sah man den ganzen Tag auf den Feldern arbeiten, Schafe hüten oder spielen, da die Schule nicht ausreichend Platz bot, um alle Kinder des Ortes zu unterrichten. Außerdem mussten die anwesenden Schüler in den dunklen und engen Räumen auf dem nackten und stark verdreckten Boden sitzen. Für die Lehrer gab es nicht einmal eine Tafel, an die sie etwas hätten schreiben können.


„An diesem Ort hat niemand die zehnte Klasse abgeschlossen!“, berichtete uns damals Schuldirektor Mr. Prasad Shah. „Die Menschen hier sind sehr arm, die nächste weiterführende Schule ist drei Stunden entfernt und die Familien können es sich nicht leisten, ihre Kinder dort unterzubringen, damit sie lernen können. Deshalb beenden alle Kinder die Schulausbildung spätestens nach der fünften Klasse.“

„Vor drei Jahren, als Back to Life erstmals in unser Dorf kam, baten mich deren Mitarbeiter, meinen Sohn in die Schule zu schicken. Ehrlich gesagt, war ich damals nicht gerade motiviert, dies zu tun, denn mein Sohn hätte unter den damaligen Bedingungen kaum etwas gelernt und die Schule ohnehin schon nach nur fünf Jahren wieder beenden müssen. Erst nach der Zusage von Back to Life, ein neues Gebäude zu bauen und damit besseren und weiterführenden Unterricht anbieten zu können, war ich begeistert und meldete meinen Sohn in der Schule an“, erzählte uns Narendra, Vater des heute zehnjährigen Kama.

Mit dem neuen Schulgebäude wird es nun erstmals möglich sein, auch Unterricht für die sechste Klasse anzubieten. Die derzeitigen Fünftklässler können so ihre Schulausbildung fortsetzen und weitere Kinder, die in der Vergangenheit die Schule nach der fünften Klasse abbrechen mussten, können wieder in den Schulbetrieb zurückkehren. Mit Beginn des nächsten Schuljahres im Mai, werden in Ruma somit 157 statt bisher etwa 50 Kinder unterrichtet werden können. 64 von ihnen erhalten ein Stipendium von Back to Life. Allein dies ist bereits ein sehr großer Erfolg!

Doch der Schulleiter, Mr Prasad Shah, schaut schon weiter in die Zukunft: „Im nächsten Jahr wollen wir auch Unterricht für die siebte Klasse anbieten und diesen in den darauffolgenden Jahren bis zur zehnten Klasse erweitern. Die Kinder können dafür nicht drei Stunden zur nächsten Schule laufen. Durch das neue Gebäude können wir nun zusätzliche Lehrkräfte beim zuständigen Ministerium anfordern. Eine neue Lehrkraft haben wir bereits bekommen und durch das neue Gebäude haben wir bessere Karten für weitere Bewilligungen.“


Auch Narendra blickt nun optimistischer in die Zukunft und freut sich über die besseren Perspektiven für seinen Sohn Kama: „Mit der Unterstützung von Back to Life haben wir es als Gemeinschaft trotz der schwierigen Bedingungen geschafft, das neue Schulgebäude zu errichten. Wir mussten Steine und Holz von weit her bringen, da wir hier in der Nähe des Nationalparks keine Bäume fällen dürfen. Aber alle Bewohner haben mitgeholfen, auch während des kalten und schneereichen Winters. Ich bin sehr dankbar und stolz, dass mein Sohn nun bereits in die dritte Klasse geht und irgendwann vielleicht die zehnte Klasse abschließen kann. Vielleicht wird er ja selbst eines Tages Lehrer.“


Wir möchten uns bei allen Paten und Unterstützern bedanken, die sich für unsere Projekte einsetzen und somit mithelfen, die Perspektiven für die Kinder in Nepal Schritt für Schritt zu verbessern. Ganz besonderer Dank gilt an dieser Stelle dem Autohaus Groh in Hofheim, das uns seit vielen Jahren unterstützt. Durch die Spendeneinnahmen während des letzten Weihnachtsmarktes des Autohauses konnte ein großer Teil des neuen Gebäudes finanziert werden. Vielen Dank!