Aktuelles

07.03.2014

Tragischer Verlust einer jungen Mutter aus Mugu

#

Für die derzeit anhaltende schlechte Wetterlage in Nepal, musste eine junge Frau aus Mugu namens Jaukala leider einen sehr hohen Preis bezahlen.

Jaukala stammt ursprünglich aus Shreekot, einem Dorf außerhalb unseres Projektgebietes in Mugu. Sie war vor einiger Zeit nach Gamghadi, dem größtem Ort Mugus gekommen, um dort trotz ihrer bereits weit vorgeschrittenen Schwangerschaft Arbeit zu finden. Da ihr Mann erblindet ist, trägt sie auch unter diesen Umständen die Last, für beide den Unterhalt verdienen zu müssen.

Kurz vor dem Geburtstermin litt Jaukala plötzlich unter starken Schmerzen und suchte das sogenannte „Krankenhaus“ in Mugu auf, welches in der Nähe Gamghadis liegt. Der dortige Arzt diagnostizierte, dass das Baby in Jaukalas Bauch falschherum liege und dass sie dringend operiert werden müsse. Aufgrund der mangelnden technischen, medizinischen und personellen Ausstattung sei dies jedoch in Gamghadi bzw. ganz Mugu nicht möglich.

In der verzweifelten Hoffnung, irgendwer würde ihr in dieser Notsituation einen Flug in das nächstgelegene Krankenhaus in Nepalgunj ermöglichen, wo eine solche Operationen durchgeführt werden könnte, legte Jaukala mit ihrem Mann den langen Fußmarsch zur Flugpiste nach Thalsa zurück. Dort harrte sie drei volle Tage unter größten Schmerzen, unzureichender Verpflegung und bitterer Kälte aus. Aufgrund des anhaltenden Schneefalles konnte jedoch keine Maschine starten oder landen. Jaukala verlor ihr Kind. Doch dieser schwere Schicksalsschlag war noch nicht genug. Infolge der weiterhin anhaltenden Blutungen, schwebte die völlig erschöpfte und verzweifelte Frau in Lebensgefahr.

Erst einen Tag später erfuhr unser Projektmanager in Kathmandu durch einen Zeitungsbericht von dem Vorfall. Da Jaukala und ihr erblindeter Ehemann (mittlerweile völlig mittellos) immer noch ohne Hilfe waren, beauftragte er sofort unser Personal, die Frau zu suchen und ihr zu helfen.

Bereits einige Stunden später fand unser Team die mittlerweile gänzlich geschwächte und kranke Jaukala zusammen mit ihren Mann in einem gemieteten Zimmer in Gamghadi. Ihre kargen Ersparnisse waren komplett aufgebraucht, so dass sie sich weder etwas zu Essen noch Medikamente leisten konnten. Aufgrund des hohen Blutverlustes bestand ohne die dringend notwendige ärztliche Behandlung akute Lebensgefahr.

Wir brachten Jaukala daraufhin sofort ins Krankenhaus, kümmerten uns zunächst um die ärztliche Versorgung und besorgten die notwendigen Medikamente, da diese im „Krankenhaus“ nicht verfügbar waren.


Jaukala erhält nach der Einlieferung in das Gamghadi Krankenhaus zusätzliche Versorgung durch Pahal, den Krankenpfleger unseres Geburtshauses.

Sowohl Jaukala als auch ihr Mann erhielten ausreichend Nahrungsmittel sowie spezielle Aufbaupräparate, da beide seit längerem nichts gegessen hatten. Außerdem besorgten wir weitere Decken und beauftragten eine zusätzliche Krankenschwester sowie unsere Hebamme Saroja, sich regelmäßig um Jaukala zu kümmern.

Heute, einige Tage später, geht es ihr bereits etwas besser, aber es wird noch einige Zeit dauern, bis sie die dramatischen Erlebnisse verarbeitet hat und auch körperlich wieder in der Lage sein wird zu arbeiten.


Während der Mittagszeit erholt sich Jaukala vor dem Krankenhaus in der Sonne. Auch hier steht ihr regelmäßig ein Mitarbeiter von Back to Life zur Seite.

Bis dahin werden wir das Ehepaar bestmöglich unterstützen, indem wir uns um Unterkunft, Verpflegung und eine für die Region, bestmögliche medizinische Versorgung kümmern werden.

Jaukalas Geschichte zeigt einmal mehr die schwierigen und tragischen Lebensbedingungen der Frauen in Mugu. Leider können auch wir nicht immer das Schlimmste verhindern, aber gemeinsam können wir versuchen, möglichst vielen Frauen ein Schicksal, wie es Jaukala erleiden musste, zu ersparen oder zumindest ihr Leid zu lindern.