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28.05.2015

Wiederaufbau der Bhardeu Schule in Nepal

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Bauplan zum Wiederaufbau der Bhardeu Schule nach den verheerenden Beben in Nepal 2015

1. Name der Schule:
Shree Baleshwori Higher Secondary School bzw. ,Bhardeu School’

2. Standort:
Bhardeu, Lalitpur Bezirk, Kathmandu Tal, ca. 25 Kilometer von Kathmandu entfernt.

3. Unterrichtsangebot:
Kindergarten bis zur 12. Klasse (Gymnasium)

4. Anzahl der SchülerInnen:
375 (2015)

5. Problem:
Die schweren Erbeben vom 25. April 2015 zerstörten vier von fünf Gebäuden und damit acht Klassenräume.  

 



6. Langfristige Lösung:
Erdbebensicherer Wiederaufbau der zerstörten Schulgebäude, so dass ein langfristiger, qualitativer Unterricht für die SchülerInnen gewährleistet werden kann.

7. Kurzfristige, nicht-permanente Lösung:
Die Schule erhielt ein Zelt von der pakistanischen Botschaft, in dem zur Überbrückung eine Zeltschule stattfindet.

8. Gibt es andere Nicht-Regierungsorganisationen (NGO), die Hilfe zum Wiederaufbau der Schule oder andere Hilfsleistungen angeboten haben: Nein

9. Warum will Back to Life genau dieser Schule seine Hilfe anbieten, während tausende andere Schulen in Nepal ebenfalls in Folge des Erdbebens  zerstört sind:

i.    Obwohl Bhardeu nur 25 Kilometer südlich von Kathmandu liegt, ist das kleine Dorf in den Hügelregionen weitgehend isoliert und unterentwickelt. Wie auch in unseren Projektgebieten in Chitwan (Südnepal), wird Bhardeu von den Tamang, einer ethnischen Minderheit tibeto-burmanischen Ursprungs, bevölkert. Die Tamang stammen einst aus Tibet, ihr Name bedeutet ,Pferdehändler’, sie haben sich vor circa 1000 Jahren in Nepal niedergelassen und bilden ungefähr 5 % der nepalesischen Bevölkerung.

ii.    Die Dorfbevölkerung lebt in großer Armut.

iii.    Als Higher Secondary School (Gymnasium) bietet die Bhardeu Schule Unterricht bis zur 12. Klasse an. Dies ermöglicht den Kindern der verarmten Dorfbewohner, mit einem Abitur-ähnlichen Schulabschluss im Anschluss eine weiterführende bzw. qualifizierte Weiterbildung anzustreben. Nur über einen qualifizierten Berufsabschluss gelingt es insbesondere Mädchen, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen und ein freies, selbstbestimmtes Leben zu führen.

iv.    Das Back to Life Hauptbüro liegt im Lalitpur Bezirk. Die staatlichen Verwaltungen richten ihre Bitten um Unterstützung zunächst an Hilfsorganisationen, die im jeweiligen Verwaltungsbezirk registriert sind.

v.    Aufgrund der Nähe zu Kathmandu kann die Schule jederzeit von ihrem Förderer besucht werden und ist leicht erreichbar für unser Team.

vi.    Über den Wiederaufbau der Schulgebäude hinaus bietet sich die Möglichkeit, ausgewählten Mädchen, die aus besonders verarmten Familien stammen, mit Schulpatenschaften eine langfristige Ausbildungsmöglichkeit zu gewährleisten – ähnlich unserem gezielten Mädchenförderungsprogram in Chitwan.

vii.    Die Schulleitung ist sehr kooperativ und dankbar für jede angebotene Hilfsleistung.

10. Weiterer Hintergrund über die Schule und das Projektgebiet:
1960 bauten die Dorfbewohner mit großen Anstrengungen und Entbehrungen eine Schule für den Unterricht bis zur fünften Klasse (Primary School). Im Laufe der vergangenen Jahre gelang es ihnen, das Angebot bis zur 12. Klasse zu erweitern. Viele Häuser im Dorf und der Region sind durch das Erdbeben völlig zerstört. Obwohl viele Familien alles verloren haben, und ihre größte Sorge zunächst dem Überleben gilt, haben die Dorfbewohner bereit begonnen, den Schutt der zerstörten Schulgebäude zu beseitigen, um so schnell wie möglich den Platz für den Wiederaufbau der Schule zu schaffen. Sie fürchten um die Zukunft ihrer Kinder, wenn es nicht gelingen sollte, die Schule zügig wiederaufzubauen.

11. Motivation der Dorfbewohner und der Schulleitung:
Sowohl die Dorfbewohner wie auch die Schulleitung haben in den vergangenen Jahren bewiesen, wie wichtig ihnen die Schulbildung ihrer Kinder ist. In den vergangenen Jahrzehnten haben sie verschiedene Organisationen zum Ausbau ihrer Schule gewinnen können. So gelang es, das Hauptgebäude um vier weitere kleine Schulgebäude mit jeweils zwei Klassen zu erweitern. Leider sind all diese Klassenräume zerstört worden. Einzig das Hauptgebäude mit neun Schulklassen hat das Erdbeben unbeschadet überstanden, doch dieses ist nicht ausreichend, um die 375 Kinder vom Kindergarten bis zur zwölften Klasse zu unterrichten.

12. Bietet die Regierung finanzielle Unterstützung zum Wiederaufbau der Schule an?
Ja, aber leider ist diese Hilfe bei weitem nicht ausreichend. Je nach Schultyp und Ausmaß der Zerstörung variiert die staatliche finanzielle Unterstützung von 350€ bis 1500€ für teilweise zerstörte Schulen bzw. 750€ bis 3000€ für komplett zerstörte, gestaffelt von Grundschule bis Gymnasium. Die versprochenen Gelder – insofern sie tatsächlich ausbezahlt werden – könnten höchstens einen Teil der zerstörten Schulausstattung (Bänke, Tische, Lernmaterial) ersetzen, doch reichen noch nicht einmal dazu, Toiletten, Trinkwassersysteme oder temporäre Schulzelte zu finanzieren. Ein Wiederaufbau der Schulgebäude ist damit unmöglich.

13. Planung für die neuen Schulgebäude
Mit Hilfe eines erfahrenen Architekten und Bauingenieurs, mit dem wir bereits den Bau einiger Schulen und Geburtshäuser in Mugu verwirklichten, entwickelten wir gemeinsam mit der Schulleitung von Bhardeu nachfolgenden Plan zum Neubau der Schulgebäude:

Nach eingehender Besichtigung, Vermessung und Berücksichtigung der notwendigen Größe der Schulklassen ist als Mindestvoraussetzung der Wiederaufbau von vier Klassenräumen notwendig.

Da das Grundstück der Schule nicht genügend Platz für ein großes Gebäude vorsieht, ist der Neubau von zwei Einheiten mit jeweils zwei Klassenräumen angedacht. Die Metallträger und Dächer der zerstörten Schulgebäude können teilweise wiederverwertet werden. Beide neuen Gebäude würden nach strengen erdbebensicheren Richtlinien gebaut werden.

Selbstverständlich werden auch sanitäre Anlagen, getrennt nach Geschlechtern, eingerichtet.

14. Grobskizze eines Schulgebäudes
Jeder Klassenraum ist ca. 6,5 Meter lang und fünf Meter breit, besitzt 2 Türen und vier Fenster.

 



15. Baubeaufsichtigung und - überwachung:
Der von uns beauftragte nepalesische Architekt und Bauingenieur konzipiert und überwacht den Bau. Natürlich werden wir die notwendigen Statiktests und Abnahmen der Schulbauten vornehmen. Das Back to Life Team wird den Fortschritt der Baumaßnahmen durch regelmäßige Kontrollen begleiten. Da die Schule unweit von Kathmandu liegt, kann unser Kathmandu-Team das Bauprojekt betreuen.

16. Geschätzte Zeit bis zur Fertigstellung der Schulgebäude:
Höchstens 2 Monate – unter Berücksichtigung einschränkender Faktoren wie Monsun oder Knappheit an verfügbaren kompetenten Baupersonals.


Sollten die Bauarbeiten reibungslos ablaufen, ist eine Einweihung der Schulgebäude nach 45 Tagen möglich. Mit der zügigen Fertigstellung möchte Back to Life insbesondere gegenüber den staatlichen Verwaltungsbehörden unter Beweis stellen, dass der Wiederaufbau von Schulen mit gebündelten und professionellen Kräften innerhalb kurzer Zeit wahrzumachen ist, so dass die Kinder wieder Hoffnung schöpfen und den regulären Schulunterricht besuchen können.

17. Wann kann mit dem Schulbau begonnen werden:
Sofort –Ende Mai 2015.

 

 


Links: Der rote Banner an der Mauer ist eine Warnung der nepalesischen Regierung und besagt: „Achtung Gefahr! Gebäude nicht betreten, unsicher für Nutzung”. Rechts: Architekt Maharjan bei der Vermessung der Gebäude.




Links: Besondere Vorsicht war während der Vermessung der Gebäude aufgrund fortwährender Nachbeben geboten. Rechts:Vermessung und Prüfung der Türen, Fenster und Dachteile für eine mögliche Wiederverwertung.