SUMANS SCHWERER BEINBRUCH

2 Tage vor Eröffnung des zweiten Kinderheims erreichte uns durch Manoj die Nachricht aus Sankat Mocan, dass ein kleines sechsjähriges Mädchen, namens Suman, die auf der Liste der aufzunehmenden Kinder stand, sich wahrscheinlich das Bein gebrochen und fürchterliche Schmerzen und Fieber hätte. Wir brachten sie zu unserem Orthopäden, der eine besorgniserregende Diagnose stellte: ein komplizierter Bruch mit Blutgerinsel im Bein, bereits entzündet. Er punktierte die Stelle und zog soviel Flüssigkeit heraus wie möglich, orderte, dass das Mädchen mit dem Bein erhöht und bewegungslos lagern und schlafen solle und teilte uns mit, dass sie Gefahr laufe, ihr Bein durch eine vielleicht noch zwingend notwendig werdende Amputation zu verlieren. Was für ein Schock! Wir brachten Suman in unserem ersten Kinderheim unter und versahen sie mit einer 24-Stunden-Pflege. Sie konnte ja noch nicht einmal auf die Toilette gehen, also besorgten wir ihr einen Nachttopf. In den ersten beiden Nächten hielt sie sowohl unsere Sozialpädagogin als auch die Nachtwache die ganze Nacht lang wach, da sie selbst nicht schlafen konnte und ihre Hand gehalten haben wollte. In den dann folgenden Nächten beauftragten wir ihre Mutter im Kinderheim neben ihrem Krankenlager zu nächtigen, so fand die Kleine dann auch wieder Schlaf. Es folgten weitere Behandlungen, Untersuchungen, Gipse und schließlich kam die erlösende Nachricht, dass sie ihr Bein behalten wird und lediglich für fast 2 Monate einen Gips tragen muss. Geduldig erträgt sie das Liegen, mittlerweile ist sie schon völlig integriert in das Leben des ersten Kinderheims. Die anderen Jungen und Mädchen kümmern sich fürsorglich um Suman, die meistens mit vielen Stützkissen versehen auf einem großen Holzbett vor dem Haus unter dem Mangobaum liegt und so alles miterleben kann.

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