NICHT MEHR WEGSEHEN KÖNNEN: DIE NOT DER UNBERÜHRBAREN

Als Stella Deetjen in den frühen 90ern Benares bereiste und von Magenkrämpfen geplagt am Ganges saß, wurde ihr von einem Leprakranken Trost gespendet. Gerührt von seinem Mitgefühl, begann sie ihm und seinen Leidensgenossen zu helfen. Aus dieser ursprünglichen rein privaten Initiative wuchs eine weitreichende Unterstützung für die Leprakranken und ihre Angehörigen in Benares. Es war die Initiierung unserer Projektarbeit und führte schließlich 1996 zur Gründung unseres Vereins.

Stand zu Beginn vor allem die Heilung der Betroffenen von dieser tückischen Krankheit im Vordergrund, so war bald klar, dass rein medizinische Hilfen nicht ausreichen würden, um diesen Menschen ein menschenwürdiges Leben zurückzugeben. Denn durch die Lepra stigmatisiert leben selbst geheilte Leprakranke weiterhin als „Unberührbare“ auf der untersten Stufe der indischen Kasten-Gesellschaft, geächtet und ausgegrenzt. Sie müssen ihr Leben immer noch bettelnd auf der Straße verbringen, in der Hoffnung mit ein paar Almosen nicht nur sich selbst, sondern auch ihre zurückgelassene Familie zu ernähren.

Ohne zusätzliche soziale Hilfen wäre es langfristig nicht möglich, diese Menschen vor der harten Monsun- und Winterzeit zu schützen und ihnen die Rückkehr in ihre Dörfer oder in eine Leprakolonie zu ermöglichen. Denn mit leeren Händen, als ein Bettler, können sie nicht zu ihren Familien zurückkehren. Unsere Unterstützung ermöglicht ihnen, erhobenen Hauptes in ihr altes Leben zurückkehren. Oder ein neues bescheidenes zu starten.

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