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05.08.2016

Durch Mord zum Waisenkind: die traurige Geschichte des kleinen Milan

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Es geht dem kleinen Jungen gut, den Umständen entsprechend gut. Mit seinen 2,5 Jahren versteht er noch nicht vollständig die Tragweite der schrecklichen Ereignisse. Er sieht nur, seine Eltern sind beide plötzlich nicht mehr da.

Die Eltern Putali und Dharmaraj waren einst ein glückliches Ehepaar in Loharbada. Und auch wenn sie arm waren, so verdienten sie doch als einfache Lastträger von der Landepiste in Mugu bis zum Markt von Gamgadhi gerade soviel, um ein genügsames Leben bestreiten zu können. Im Januar 2014 kam schließlich ihr Sohn im Geburtshaus von Back to Life zur Welt und sie gaben ihm den Namen Milan. In Nepali bedeutet das „Einigkeit“ und es war ein Symbol ihrer tiefen Zuneigung zueinander.

Doch ihr Glück währte nicht lange. Dharmaraj wurde misstrauisch und begann, seine Frau des Ehebruchs zu verdächtigen. Seine Befürchtungen bewahrheiteten sich Ende letzten Jahres: Er ertappte seine Frau mit ihrem Liebhaber auf frischer Tat. Außer sich vor Wut tötete er beide auf der Stelle. Als er schließlich wieder zur Besinnung kam, ging er zur Polizei und zeigte seinen Mord an. Seither sitzt er im Gefängnis und Milan blieb quasi als ein Waisenkind zurück. Auf Mord stehen in Nepal 20 Jahre Haft.

Milans Großmutter Hari Shobha ist 65 Jahre alt ­– schon ein geradezu biblisches Alter für das harte Leben in Mugu. Doch die Witwe kümmert sich aufopferungsvoll um den Jungen – Milan wohnt nun bei ihr. Tagsüber kann eine Tante mit auf das Kind aufpassen, doch jeden Abend wird es zum Haus der alten Frau zurückgebracht. Hari hat bei weitem nicht genug Land, um Milan und sich durchzubringen. Sie lebte bisher mit von dem Einkommen, dass Milans Eltern nachhause brachten. In tiefer Sorge erzählte sie uns: „Ich bin ein Mond, der bereits über die Berge gezogen ist und schon bald am Ende meines Lebens. Ich weiß nicht, wie viele Tage mir noch bleiben werden. Wer soll sich bloß um Milan kümmern, wenn ich nicht mehr da bin?“

Back to Life startete sofort soziale Hilfen für Milan und seine Großmutter: Ausreichend viele Lebensmittel und neue Anziehsachen werden über die nächste Zeit helfen. Sollte Hari etwas zustoßen, werden wir uns auch um die weitere Pflege von Milan kümmern. Darüber hinaus wird er von uns, sobald er alt genug ist, auch schulisch gefördert werden. Wir werden dafür sorgen, dass Milan seine Chancen im Leben erhalten wird.

 

 

 

 

 

 

 

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