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21.07.2017

Grausame Odyssee einer verzweifelten Mutter: Not-Transport per Flugzeug

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Am 13. Juli erreichte unser Büro in Kathmandu der verzweifelte Hilferuf einer jungen Mutter aus Mugu/Nepal. Ihr Baby hatte einen massiven Nabelbruch erlitten und dieser hatte sich bereits lebensbedrohlich entzündet. Das Kind schrie vor Schmerzen, doch die Eltern mussten das Leiden ihres Zweitgeborenen hilflos mitansehen. Niemand konnte ihnen helfen.
 
Es ist gerade einmal 25 Tage her, seit sie ihr Baby Dinesh geboren hat und es begann bereits mit einem Albtraum für die 21-jährige Chaiti: Sie war gerade auf dem Weg zu einem Health Post, um Hilfe für die Geburt zu erbitten. Doch diesen erreichte sie nicht mehr – sie musste das Baby schon am Wegesrand zur Welt bringen. Der kleine Dinesh wurde bereits mit einem Nabelbruch geboren. Ohnehin geschwächt von der Geburt blieb ihr nun nichts anders übrig, als sich mit ihrem Mann Janga per Fuß zum Distrikt-Krankenhaus von Mugu aufzumachen. Eine unerträgliche Tortur von 2 Tagen, die letztlich auch noch völlig vergeblich war: Denn im Krankenhaus war kein Chirurg anwesend, der das Baby hätte behandeln können.
 
Als nächstes versuchte die Familie ihr Glück im Krankenhaus von Jumla, im Nachbar-Distrikt, erneut eine Strapaze von zwei Tagen. Dort gab man ihnen die erschütternde Diagnose, dass nur noch die Spezialklinik für Kinder in Kathmandu Dinesh überhaupt helfen könne. Völlig am Boden zerstört machten sie sich wieder auf den Heimweg nach Mugu – mit der grausamen Gewissheit, dass ihr Kind sehr bald sterben wird. Kathmandu ist für die armen Menschen der Dalit-Kaste (sie gehören zu den „Unberührbaren“) unerreichbar weit, ein Transport für sie unbezahlbar.
 
Zum Glück trafen sie Tage später auf unser Team im Mugu. Wir handelten sofort und versuchten, die Familie nach Kathmandu auszufliegen. Doch während der jetzigen Monsunzeit können die Maschinen die schwierige Gebirgsregion Mugu nicht anfliegen. Und so kam es, dass sie erneut am 14. Juli aufbrechen mussten: zum Flughafen der benachbarten Region Bajura. Für die große Distanz benötigten sie noch einmal ganze 26 Stunden. Am 16. Juli gab es dann endlich ein Flugzeug, das sie zumindest nach Nepalgunj bringen konnte. Von dort flogen sie endlich am 17. Juli nach Kathmandu und wurden von unserem Team ins Krankenhaus gebracht.
 
Die Ärzte kümmerten sich sofort um das Kind, Dinesh (übersetzt: „Sonne des Tages“) ist mittlerweile außer Lebensgefahr. Doch die Operation, die nötig ist, um den Nabelbruch letztlich zu beseitigen, kann erst stattfinden, wenn die Infektion vollständig abgeheilt ist. Die nötigen Medikamente wurden sofort verabreicht – nun heißt es geduldig abwarten. Chaiti sprach heute mit unserem Programmleiter Dikendra: „Was ich in den letzten 4 Wochen durchleben musste, war absolut furchtbar. Es fühlte sich an, als würde ich alles in meinem Leben verlieren. Aber Back to Life ist wie ein Engel erschienen und hat uns aus der Hölle errettet. Ich bin Euch so dankbar!“
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