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19.01.2018

Das Ende der verlorenen Zeit – die neue Wasserstelle von Gamtha

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Wasser ist der Schlüssel zu allem. Seine unmittelbare Erreichbarkeit Voraussetzung für die Vitalität eines Dorfes und seiner Bewohner. Das ist ganz besonders im schwierigen Gelände in den Bergen Mugus der Fall. Es gibt keine staatliche Wasserversorgung, die Quellen in den Bergen sind oft weit abgelegen und zusätzlich im steilen und steinigen Gelände nur schwer zu erreichen. „Wir haben bisher so viel Zeit verloren! Unsere Männer haben gar nicht realisiert, wie viel Zeit das ausmachte“, erinnert sich Chandrakala. Die Mutter weiß, wovon sie spricht: Egal, ob es um das Kochen, das Waschen der Kleidung oder die tägliche Hygiene ging, für alles mussten die Frauen zuerst einmal umständlich Wasser herbeischaffen, teilweise mehrmals täglich. Eine Prozedur von zusammengerechnet mehreren Stunden – eine Realität wie sie auch in Gamtha kaum anders war. Wertvolle Zeit, die z.B. für Handarbeiten, Feldarbeit oder die Erziehung der Kinder hätte verwendet werden können, ging tagtäglich nur für den Gang zur Quelle verloren.
 
Bis vor einer Weile gab es ohnehin, kaum eine positive Entwicklung in dem Dorf zu begrüßen – nun endlich hat ein Stück Zukunft Einzug gehalten: Neben dem bereits erfolgreich laufenden Geburtshaus und der noch zurzeit im Bau befindlichen Schule, erhielten die Bewohner durch Back to Life auch Solarlicht-Anlagen und rauchfreie Öfen für sämtliche Haushalte. Was aber noch fehlte, war ein erleichterer Zugang zur Wasserversorgung. Doch auch dies ist nun endlich verwirklicht. Als wir der Dorfgemeinschaft die Idee einer zusätzlichen Wasserstelle in der Nähe der Wohnhäuser vorstellten, waren vor allem die Frauen sofort begeistert.
 
So viele Dorfbewohner wie möglich halfen mit. In jeder freien Minute wurde zusammen mit unserem Team am Projekt gearbeitet – dabei auch viele Frauen, die das Potential der Idee sofort erkannt hatten. Von der natürlichen Bergquelle aus musste eine Verbindungsleitung zum Sammeltank verlegt werden, die bis zum Zapfhahn der Wasserstelle nahe unserem Geburtshaus verläuft. Bei der Gelegenheit wurde dieses gleich mit an die bessere Versorgung angeschlossen. Auch unserer Hebamme Rekha wird nun durch die neue Zapfstelle die Arbeit erleichtert: „Es ist eine Sache, den Frauen beizubringen, sich z.B. vor allem während der Periode gründlich zu waschen – genauso wie natürlich die Pflege der Babys ein erhöhtes Maß an Sauberkeit erfordert. Doch, wenn gar nicht genügend Wasser zur Verfügung steht, erzeugt das natürlich Frustration, Erlerntes nicht sinnvoll umsetzen zu können. Jetzt ist vieles einfacher, auch in Bezug auf unsere Arbeit.“
 
Die neue Wasserstelle ist zu einem Mittelpunkt des Dorflebens geworden, die Lebensqualität der Bewohner, ganz besonders der Frauen und Mädchen, wurde deutlich gesteigert. Um die Pflege und Instandhaltung muss sich die Gemeinschaft nun selbst kümmern: Unser Team unterrichtete die Bewohner, wie man die Quelle und die Leitung sauber hält und Verschmutzungen im Umfeld vermeidet. Wir freuen uns, Gamtha kann nun richtig erblühen.
 
 
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