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08.03.2019

Für mehr Gleichberechtigung: Heute ist der Internationale Tag der Frau!

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Saubermachen, Wäsche waschen, für die Familie kochen, das Vieh versorgen, die Kinder betreuen, das Korn ernten und verarbeiten, Feuerholz sammeln, Wasser in großen Krügen schleppen – dies sind nur ein paar der vielen kräftezehrenden Verpflichtungen, die Frauen in den armen Gebieten Nepals zu leisten haben. Eine Quälerei, die sich oft bis zu 16 Stunden am Tag hinzieht – die durchschnittliche Arbeitszeit der nepalesischen Männer liegt dagegen im Schnitt bei ca. 7 Stunden. Ein ausgeprägtes patriarchalisches Rollenverständnis sorgt zusätzlich dafür, die Diskriminierung der nepalesischen Frauen voranzutreiben. So haben diese in der Regel deutlich weniger Mitsprache - und sonstige Rechte, erheblich weniger Bildungschancen und markant weniger Karriereoptionen, um nur die auffälligsten Nachteile gegenüber den Männern zu nennen. Meist werden sie auf die Rolle des Kinderkriegens, Großziehen des Nachwuchs sowie der Versorgung der Familie reduziert, grundlegende Entscheidungen treffen nur die Männer. Alte, gefährliche Traditionen wie das „Chhaupadi“ sind – trotz mittlerweile offiziellem Verbot – bis heute gang und gäbe. Dabei wird das Mädchen oder die Frau während der Menstruation und bei der Geburt der Kinder aus dem eigenen Haus verbannt und muss Zuflucht in Kuhställen oder Erdlöchern im Wald suchen. Back to Life reagiert darauf u.a. mit dem Bau von Geburtshäusern in den Bergen Mugus.

Der „Internationale Tag der Frau“, erstmal 1911 zelebriert und seit 1977 immer am 8. März stattfindend, ist seit diesem Jahr ein Feiertag in ganz Nepal – für Frauen wie für Männer. In unseren Projektgebieten in der Region Khatyad in Mugu – vor allem in den Dörfern Gamtha, Seri, Khamale und Hyanglu – wurde dieser besondere Tag von vielen Aktivitäten begleitet, die von Back to Life initiiert worden waren und fortlaufend unterstützt werden. Neben diversen öffentlichen Reden von offiziellen Vertretern der Kommunen, gab es auch ein buntes Rahmenprogramm zu den Feierlichkeiten, darunter sogar Song-Wettbewerbe mit feministischen Texten sowie unterhaltsamen Gruppenspielen, die die zahlreichen Teilnehmer begeisterten. Insgesamt nahmen über 1.000 Frauen an den verschiedenen Veranstaltungen teil.

Es hat sich in Nepal einiges getan in den letzten Jahren: Die Regierung, die Kommunen, internationale wie nationale Hilfsorganisationen, aber auch die Bevölkerung selbst, haben den Willen, die zahlreichen Missstände zu beseitigen. Doch der Weg bis zur einer zumindest annähernden Gleichberechtigung der Frau ist noch sehr weit. Zu tief sind die Traditionen und Rollenbilder in den Köpfen der Männer verankert. Noch immer leiden Frauen unter massiven Restriktionen und Benachteiligungen, sie sind durch die harte Arbeit und Belastung öfters krank als Männer und haben sogar deutlich weniger Zeit soziale Kontakte zu pflegen. Back to Life ist sehr froh, Teil einer erstarkenden Bewegung zu sein, die die Gleichberechtigung in Nepal Schritt für Schritt einfordert und verwirklicht. Es mögen kleine Schritte sein, doch es sind effektive.

 

Bilder © 2019 BTL

 

 

 

 

 

 

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